Erzählen Sie bitte etwas über sich.

Warum diese Frage gestellt wird

Mit dieser Frage beginnt fast jedes Vorstellungsgespräch. Sie ist bewusst offen gestellt: Dein Gegenüber möchte sehen, ob du deinen Werdegang auf das Wesentliche verdichten kannst und welche Schwerpunkte du selbst setzt.

Gleichzeitig ist sie ein Eisbrecher. Die ersten Minuten prägen den Eindruck, und eine klare, sympathische Selbstpräsentation gibt dem restlichen Gespräch eine gute Richtung.

So antwortest du

  • Halte dich an eine einfache Struktur: Wer bist du heute, was hast du bisher gemacht, und warum passt diese Stelle als nächster Schritt?
  • Plane etwa zwei Minuten ein. Das reicht für die wichtigsten Stationen, ohne dass du den Lebenslauf vorliest.
  • Wähle zwei bis drei Erfahrungen oder Erfolge, die direkt mit den Anforderungen der Stellenanzeige zu tun haben.
  • Nenne konkrete Details wie Branche, Teamgröße oder ein messbares Ergebnis – das macht dich greifbar.
  • Schließe mit einem Satz, der zur Stelle überleitet, zum Beispiel warum dich genau diese Aufgabe reizt.

Beispielantworten

Berufseinsteigerin (Marketing)

Gern. Ich habe vor Kurzem meinen Bachelor in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an der Hochschule Mannheim abgeschlossen. Während des Studiums habe ich ein Praxissemester bei einer Agentur für Konsumgüter gemacht und dort Social-Media-Kampagnen für zwei Kunden mitbetreut. Dabei habe ich gemerkt, dass mir die Verbindung aus Kreativität und Zahlen besonders liegt: Ich habe die Auswertung der Kampagnen übernommen und daraus Vorschläge für die nächsten Posts abgeleitet. In meiner Bachelorarbeit habe ich mich dann mit Influencer-Marketing im Mittelstand beschäftigt. Jetzt suche ich eine Stelle, in der ich dieses Wissen in einem festen Team anwenden und weiterentwickeln kann – und Ihr Traineeprogramm passt genau dazu.

Erfahrener Industriemechaniker

Ich bin gelernter Industriemechaniker und arbeite seit acht Jahren in der Instandhaltung eines Automobilzulieferers. Dort bin ich für die Wartung von Pressen und Montagelinien zuständig und seit drei Jahren auch stellvertretender Schichtleiter mit Verantwortung für sechs Kollegen. Ein Schwerpunkt der letzten Jahre war die vorbeugende Instandhaltung: Wir haben feste Wartungspläne eingeführt, und die ungeplanten Stillstände an meiner Linie sind seitdem spürbar zurückgegangen. Parallel habe ich meinen Techniker in Abendschule gemacht. Jetzt möchte ich den nächsten Schritt gehen und mehr planerische Verantwortung übernehmen. Deshalb interessiert mich die Stelle als Instandhaltungsplaner bei Ihnen sehr.

Typische Fehler

  • Den Lebenslauf chronologisch ab der Grundschule nacherzählen – das langweilt und zeigt keine Prioritäten.
  • Zu viel Privates erzählen, etwa über Familie oder Hobbys ohne Bezug zur Stelle.
  • Ohne Vorbereitung improvisieren und nach fünf Minuten immer noch keinen roten Faden haben.
  • Mit „Das steht doch alles im Lebenslauf“ antworten – damit verschenkst du deine beste Chance auf einen guten ersten Eindruck.
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